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Sich an der Schule als schwul oder lesbisch zu outen, davor haben Schüler meist immer noch große Angst. Auch wenn die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben ihren Höchststand erreicht hat, so ist die Schule immer noch einer der homophobsten Orte unserer Gesellschaft. Die Gefahr ausgelacht, beschimpft, beschämt oder drangsaliert zu werden ist enorm groß.

Schwule und Lesbische Jugendliche werden immer noch stark ausgegrenzt. Nach einer neuen Studie der Landeshauptstadt München können nur die wenigsten ihren Altersgenossen gegenüber offen zu ihrer Liebesweise stehen. Sie fürchten Schimpfwörter wie "Lesbenschlampe" und "schwule Sau". Daher verstecken sie einen wesentlichen Teil ihrer Persönlichkeit. Sie erleben enormen Druck und leiden unter Schuld- und Schamgefühlen. Aus diesen Gründen nehmen sich homosexuelle Jugendliche sechsmal so oft das Leben wie ihre heterosexuellen Altersgenossen.

Eine britische Umfrage zeigt erschreckende Zahlen über Mobbing an Schulen. Demnach werden 55 Prozent von schwulen, lesbischen oder bisexuellen Schülern wegen ihrer Sexualität gemobbt. 55 Prozent dieser Schüler wurden sogar schon persönlich attackiert, weil sie zu einer sexuellen Minderheit gehören.

Die Lehrer scheinen in vielen Fällen nicht einzugreifen: So sagten drei von fünf homosexuellen Schülern, die gemobbt worden sind, dass Lehrer Zeuge der Übergriffe wurden, aber nichts dagegen unternahmen.

Dass gerade unsere Schulen zu den homophobsten Orten unserer Gesellschaft gehören, liegt wohl daran, dass hier junge Menschen auf der Suche nach ihrer (geschlechtlichen) Identität sind. Sie entwerfen ein Rollenbild und entwerten alles, was dem nicht entspricht. Deshalb können alle Schülerinnen und Schüler, die anders sind, der Ausgrenzung durch ihre Klassenkameraden nur schwer entgehen.

Das Coming-out stellt einen zentralen Identitätsbildungsprozess homosexueller Jugendlicher dar. Der Aufbau seiner sich selbst akzeptierenden und wertschätzenden Persönlichkeit als Lesbe oder Schwuler ist dabei die größte Herausforderung für junge Menschen, die merken, dass sie in ihrer sexuellen Identität von der Mehrheitsgesellschaft abweichen. Gelingt dieser Prozess nicht, kann dies zu lebenslang wirkenden Problemen führen.

Um Jugendliche in dieser Phase zu unterstützen, bietet unser Verein die schwul/lesbische Jugendgruppe an. Speziell ausgebildete Gruppenleiter unterstützen diesen Outing Prozess und stehen mit Rat und Tat bei Problemen zur Seite. Darüber hinaus ist die Jugendgruppe ebenso Anlaufstelle um sich mit Gleichgesinnten über Erfahrungen austauschen oder gemeinsam die Freizeit zu gestalten.

Wenn Sie weitere Fragen zu unserer Jugendgruppe haben oder Plakate benötigen, setzen Sie sich bitte per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder telefonisch unter 07331/9584-15 mit mir in Verbindung.