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Erste konkrete Schritte zum Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung in Baden-Württemberg

Bündnis90/Die Grünen laden am 20. April zur Anhörung im Landtag. Landesweit 40 Gruppen bekunden Interesse an aktiver Mitarbeit.

Im Koalitionsvertrag kündigten Bündnis90/Die Grünen und SPD einen landesweiten Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung in Baden-Württemberg an. Nach knapp einem Jahr Regierungsarbeit werden nun erste Schritte hin zur Entwicklung eines solchen Maßnahmenkatalogs eingeleitet.

Am Freitag, den 20. April 2012 lädt die Grüne Fraktion zu einer Anhörung rund um den Aktionsplan in den Plenarsaal des Landtages von Baden-Württemberg. Ab 15 Uhr soll als erster Schritt erörtert werden, wie sich ein solcher Aktionsplan konkret umsetzen lässt.

Unterstützung hat man sich dabei bei Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen geholt. Sie hält am 20.04. ein Impulsreferat zur „Umsetzung des Aktionsplans für Gleichstellung und Akzeptanz in NRW“. Günter Mächtle, Ministerialdirigent im SPD-geführten Sozialministerium erläutert anschließend die Marschrichtung in Baden-Württemberg. Die gewonnenen Erkenntnisse werden als Abschluss der Anhörung in einer vielfältig besetzten Gesprächsrunde diskutiert.

Die Planungen rund um den Aktionsplan werden unter Schwulen, Lesben, Transgender, Bi- und Intersexuellen im Land genau beobachtet und sind mit großen Hoffnungen verbunden.

Dies erklärt die große Bereitschaft schwul-lesbischer Organisationen und Gruppen sich am geplanten Aktionsplan aktiv zu beteiligen: Über 40 Initiativen aus ganz Baden-Württemberg schlossen sich dazu in einer Landesliste zusammen, um der grün-roten Regierung einen Anhaltspunkt für mögliche Ansprech- und Diskussionspartner/innen in der homosexuellen Bevölkerung an die Hand zu geben.

Zur Anhörung im Landtag, dem avisierten Aktionsplan sowie der Landesliste erklärt Christoph Michl, Vorstand und Gesamtleiter des CSD Stuttgart: „Zu lange herrschte in Sachen Gleichberechtigung gegenüber schwul-lesbischen Mitbürger/innen im Ländle frostige Eiszeit. Einer ohnehin diskriminierten Minderheit wurde auf politischer Ebene jahrzehntelang offen und respektlos die kalte Schulter gezeigt.

Die Anhörung im Landtag werten wir daher als wichtiges Signal für eine neue Wertschätzung gegenüber der homosexuellen Bevölkerung. Gleichzeitig hegen wir die Hoffnung auf eine langersehnte konstruktive und am Ende erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Michl weiter.

Der CSD Vorstand macht aber auch deutlich: „Die Arbeit am Aktionsplan beginnt jetzt erst. In den kommenden Wochen und Monaten gilt es, gemeinsam einen konkreten Fahrplan auszuarbeiten und die Umsetzung zielgerichtet voranzutreiben. Die schwul-lesbische Gemeinschaft ist bereit dazu. Die 40 Organisationen, die ihre aktive Mitwirkung an diesem Prozess angeboten haben, belegen dies eindrucksvoll.“

Infos zur Anhörung, inklusive Programm:

http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/default/dok/405/405840.gleichstellung_und_akzeptanz_sexueller_u.html 

Anmeldung zur Anhörung im Landtag (bis 16.04.2012):

Gaby Schuster, Arbeitskreis-Koordinatorin

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.  

Liste der Initiativen:

http://landesliste.zentrum-weissenburg.de/



Konferenz Tabuisierung  von häuslicher Gewalt in den L(G)BT-Communities

Samstag 14. Oktober bis Sonntag, 16. Oktober - Frankfurt

Die Konferenz „Tabuisierung von Gewalt in der PartnerInnenschaft in den L(G)BT Communities“ beschäftigt sich mit dem Schweigen der Communities zu Gewalt in der Beziehung.
Im gesamten Lebenslauf können lesbische Frauen Gewalt in der Partnerinnenschaft oder im familiären Kontext erleben. Diesen Gewalterfahrungen begegnen die L(G)BT Communities in der Regel mit Schweigen. Im europäischen LARS Projekt wurden Ansätze entwickelt, das Thema anders als bisher in die lesbisch-schwulen-trans Communities zu transportieren.
Näher beleuchtet werden im zweiten Teil der Konferenz verschiedene Lebenssituationen, in denen besondere Abhängigkeitsverhältnisse bestehen. Das kann Gewalt besonders befördern.
Aus den unterschiedlichen Abhängigkeitskontexten von Gewalt ergibt sich die Notwendigkeit von vielfältigen Lösungsansätzen. Wie wird in der Jugendarbeit mit dem Tabu der Gewalt in familiären Nahraum eingegangen? Welche Thematisierung erfahren Gewalt in der Partnerschaft und Diskriminierungserfahrungen in der Konzeption von ambulanter, stationärer und häuslicher Pflege?
Diesen Fragen und auch innovativen Lösungsansätzen zur Enttabuisierung von häuslicher Gewalt soll auf der Konferenz nachgegangen werden.

Flyer und Anmeldung



Verbotene Liebe: Ein Leben in Angst - ZeitzeugInnen berichten

Mo. 17.10.2011, 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr - Saal 3 im Bayerischen Landtag

Bis Anfang der 1990er Jahre waren Schwule und Lesben aufgrund des Paragrafen 175 StGB Diskriminierung und Verfolgung  in Deutschland ausgesetzt. Gleichgeschlecht-liche Liebe war verboten. Dies bedeutete für die Betroffenen ein permanentes Leben in Angst – Angst vor Verrat, Angst vor Verfolgung, Angst vor Strafe. Was heute in Deutschland der Vergangenheit angehört, gilt immer noch in zahlreichen Staaten in Osteuropa, Ozeanien, Asien und Afrika. Auf homosexuelle Handlungen stehen oftmals langjährige Gefängnisstrafen bin hin zur Todesstrafe. In der Bevölkerung ist Homophobie in erschreckendem Ausmaß verbreitet. Die Flucht nach Europa ist oftmals der letzte Ausweg. Doch auch hier besteht die Gefahr der Diskriminierung – als MigrantIn und als HomosexuelleR.

In unserer Veranstaltung wollen wir zwei ZeitzeugInnen das Wort überlassen, die ihre gleichgeschlechtliche Liebe zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Lebenswelten heimlich leben mussten. Mit dem Münchner Erich Haas, 92 Jahre alt, möchten wir einen Blick zurück auf die Situation von Schwulen in den 1950er und 1960er Jahre werfen, als Homosexualität in Deutschland noch unter Strafe stand. Mit der lesbischen Journalistin Lilian Ikumet, die aufgrund ihrer Homosexualität fliehen musste und hier Asyl bekommen hat, möchten wir einen Blick über die Grenzen hinaus auf die katastrophale Situation von Lesben in Uganda werfen – ein Staat, in dem 2011 in letzter Minute ein Gesetz zur Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle verhindert werden konnte.

Programm und Anmeldung hier